Eine neue Schulform – ein neues Kapitel

Heute begann ein neues Kapitel in meinem Berufsleben. Ich habe eine Stelle an einer neuen Schulform angetreten. Es hat mich ans Berufskolleg verschlagen. Es ist ein sehr großes BK mit über 150 Lehrern. Der Einstieg und die Eingewöhnung wird mir von der Schule enorm erleichtert, da ich überwiegend im Teamteaching eingesetzt bin.
Ich habe schon am ersten Tag die ersten Unterschiede bemerkt. Am BK ist man sehr viel eigenständiger, bspw. kann ich meine Schülerlisten selber drucken. Später als Klassenlehrer verwalte ich die Schüler selber – sogar soweit, dass ich die Ausschulung eines Schülers alleine anstoßen kann. Ich glaube, dass ich diese Autonomie begrüßen werde, aber ein wenig Zeit für die Umgewöhnung brauche.
Ich vermisse mein altes Kollegium jetzt schon, aber ich freue mich auf die neue Schule und die damit verbundenen Aufgaben.

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Digitale Unterstützung im Unterricht (1): classroomscreen

Da ich immer mal wieder gefragt werde, was ich denn so an Apps usw. im Unterricht nutze, habe ich entschieden, dass ich jetzt eine kleine Beitragsserie dazu starte und Sachen aus der Praxis vorstelle.

Einer meiner Lieblinge ist der classroomscreen. Es handelt sich um eine Homepage, die die Unterrichtsorganisation erleichtert.

Voraussetzung zur Nutzung ist neben einem Notebook o.ä. eine Internetverbindung und ein Beamer/Smartboard/großer Bildschirm.

Alle Funktionen von classroomscreen sind anhand des Screenshots vom Bedienfeld der Seite zu entnehmen.

Von links nach rechts sind folgende Funktionen enthalten: Sprache, Hintergrund, zufälliger Name, Lautstärke (-messer), QR (Generator), Zeichnung (ganze Seite), Zeichnung (in einem Feld), Text, Arbeitssymbole, Ampel, Timer und Uhr.

Wenn ich Schulrechner einrichten würde, würde ich diese Seite als Startseite benennen. In der Praxis rufe ich die Seite oft als erste auf. Es folgen nun ein paar Nutzungsbeispiele aus meinem Unterricht:

  • Den Timer nutze ich in Arbeitsphasen, um für alle Schüler*innen und mich die Zeit transparent zu machen. Wichtig ist, dass der Ton nicht zu laut aufgedreht ist, sonst endet die Arbeitsphase nicht durch den „Ping“, sondern mit einem großen Schrecken.
  • Phasierte Unterrichtsphasen werden durch die Nutzung der Arbeitssymbole und des Textfeldes transparent. Hierbei ordne ich dem Arbeitssymbol jeweils eine Aufgabe zu und ordne dies dann neben- oder untereinander an.
  • Für die Präsentation von Arbeitsergebnisse wähle ich gerne mit dem Zufallsgenerator die Gruppe oder den präsentierenden Schüler aus. In Zeiten nach der DSGVO bietet es sich an mit Nummern zu arbeiten. Bei der Gruppenauswahl nummeriert man die Tischgruppen durch. Bei der Auswahl einzelner Schüler nutzt man die Nummern der Klassenliste.
  • Unten rechts in der Ecke befinden sich 3 weitere kleine Icons. Das unterste ermöglicht ein Vollbild, das mittlere blendet die Bedienleiste aus und das oberste führt den Nutzer zu einem neuen Tab. Die Erklärung steht im Bild.
  • Der Lautstärkemesser ist im Moment mein persönliches Highlight. Er lässt sich mit Chrome oder Firefox nutzen, nach der Erteilung der Freigabe zur Nutzung des Mikros kann man mit diesem kleinen Tool der Lerngruppe die Lautstärke visualisieren. Es lässt sich einstellen, wie hoch die Schwelle für die Überschreitung der Lautstärkegrenze ist, wie sensibel gemessen wird und ob es eine akustische Rückmeldung bei der Überschreitung gibt oder nicht.

 

Wie nutzt ihr den classroomscreen?

 

PS.: Die Vorstellung von Seiten, Anwendungen etc, erfolgt aus reinem privaten Interesse. Die Screenshots stammen von der vorgestellten Seite.

 

leserlich schreiben – Gedankenaustausch

Immer mal wieder kann ich etwas meiner Schüler*innen nicht lesen, dies ist für uns beide ärgerlich. In meiner Klasse sind viele Schüler*innen, die vorher keine Schule besucht haben und erst hier schreiben gelernt haben. Einige der Schüler*innen schreiben die Buchstaben nicht mit der typischen Schreibrichtung und einige Buchstaben sind nur schwer zu erkennen. Daneben lassen einige auch keine Lücken zwischen den Wörtern.

Ich habe mich dann im Netz ein wenig über die Schriftarten informiert, die unsere Schüler*innen gegenwärtig in der Grundschule lernen, und bin hierbei zu dem Schluss gekommen, dass die Grundschrift, die geeignete Schrift für meine Schüler*innen darstellt.

Auf der Suche nach Übungsmaterial bin ich auf diesen Blog und das Material gestoßen. Ich bin begeistert von den Übungsheften und ich habe auch schon positive Rückmeldungen der Schüler*innen erhalten. Vielen Dank an Herrn Emrich!

Für das Lesen lernen der Schreibschrift habe ich noch keine Übungen gefunden, daher habe ich zwei Übungen schon mal erstellt.

  1. Schreibschrift lesen üben. Hier müssen die Schüler*innen die gleichen Wörter in Grundschrift und Schreibschrift einander zuordnen.
    DOCX: Schreibschrift lesen – eine Anleitung PDF: Schreibschrift lesen – eine Anleitung
  2. Texte in Schreibschrift abschreiben. Hier müssen die Schüler*innen die Texte in Schreibschrift erst lesen und dann mindestens einen Text in Schönschrift abschreiben.
    PDF: Schreibschrift lesen können_Abschreibeübung DOCX: Schreibschrift lesen können_Abschreibeübung

Hat jemand Tipps aus der Praxis für das Erlernen einer lesbaren Handschrift und dem Lesen lernen der Schreibschrift?

Lerntempoduett – Bastelei und Lehrerhack

In dem Jahrgang meiner Klasse soll das Lerntempoduett als methodischer Schwerpunkt eingeführt und trainiert werden, das freut mich sehr, da das Lerntempoduett zu meinen Favoriten gehört.

Die typischen Haltestellen habe ich gerade fertig erstellt, gedruckt und laminiert. Lerntempoduett_Haltestelle 1 bis 10

Meine Haltestellen unterscheiden sich etwas durch ihre Rückseite:

cof

 

Ich bin gespannt auf den ersten Praxistest.

Habt einen guten Start ins Schuljahr 2018/2019!

Methodentage nachhaltiger gestalten?

An meiner neuen Schule, an der ich mich sehr wohl fühle, wird es nach den Sommerferien an den ersten drei Tagen Methodentage mit dem Klassenlehrer geben. Ich finde es toll, dass ich so viel Zeit mit meiner Klasse verbringen kann und evtl. neu hinzukommende Schüler*innen direkt etwas besser als in den Fachstunden kennenlernen kann. Aber – wie erreiche ich es, dass die Methodentage nicht feiertagsdidaktisch verpuffen???

Bisher habe ich die Überlegung, dass man in der Klasse ein Methodenposter aufhängt und auf diesem den Fortschritt, wie in einer Wandzeitung, dokumentiert.

Ein solches Poster könnte ungefähr so aussehen:

 

Wie erreicht ihr, dass eingeführte und trainierte Methoden nicht verpuffen?

Dateien sortieren und später auch wiederfinden

Seit Monaten hege ich den Gedanken, dass ich mal dringend meine Dateien sortieren muss. Der Schulordner umfasst mittlerweile mehrere Gigabyte und etwas sofort zu finden, ist reine Glückssache geworden. Daher habe ich heute erst einmal Cloud-Anbieter verglichen und mich für einen Anbieter mit deutschem Serverstandort entschieden, da ich gerne an verschiedenen Orten arbeiten möchte und oft mehrere Wochen vergehen bis ich an das gute alte Backup auf einer externen Festplatte denke.

Um die vielen Dateien zu sortieren, arbeite ich mit einem Mix aus nummerischer Benennung und möglichst eindeutigen Dateinamen:

Meine Dateistruktur für das Material für den Deutschunterricht sieht wie folgt aus:

01_DU_Material
–00 Klassenarbeiten
0 Argumentieren
0 Beschreiben

1 Materialmix – 5
1 Materialmix – 6

2 Lehrwerksmaterial

Die Gegenstände aus dem Deutschunterricht sind alle in einzelnen Ordnern abgelegt und deren Ordnername ist eine 0 vorangestellt. Kopiervorlagen, die mehrere Themen abdecken, befinden sich in den 1er Ordner und die Ordner mit dem Lehrwerksmaterial haben eine 2 vorangestellt.

Für den Pädagogikunterricht sortiere ich die Materialien anhand der Inhaltsfelder. Die Ordner ohne Unterstriche dienen als Überschrift und die Ordner mit Unterstrichen enthalten dann das Material zu dem jeweiligen Thema.

2.0 IF Lernen und Erziehung
2.1 Lernbedürftigkeit u Lernfähigkeit des Menschen
2.1 Lernbedürftigkeit u Lernfähigkeit des Menschen
2.2__Konstruktivismus
2.2__Lernen
2.2__Neuro

Durch die zusätzliche nummerische Codierung kann ich gewissermaßen zu lange Ordnerpfade umgehen, da jeder Ziffer i.d.R. einem Überordner entspricht. Wenn ich mir unsicher bin, wo ich etwas ablegen soll, frage ich mich, wo ich etwas suchen würde und da landet der Ordner dann meistens.

Ich bin gespannt, wie sich das neue System bewährt.

Medienpass-Kongress 02.03.2018 in Essen

Eigentlich ging es gar nicht primär um den Medienpass, sondern um den Medienkompetenzrahmen, den es jetzt auch in Farbe gibt:

Da ich gerade keine Zeit für einen ausführlichen Bericht habe und ich auch gar nicht über den ganzen Tag, sondern erstmal nur über einige Sagen nachdenken möchte, halte ich hier meine wichtigsten Erkenntnisse und Fragen fest:

Der Medienkompetenzrahmen hat 24 Kompetenzen, die jeweils auf die Grundschule und Sekundarstufe I und auf alle Fächer verteilt werden sollen – eine spannende Aufgabe, die ich hoffentlich an meiner (zukünftigen) Schule mitgestalten darf.

Daneben ist Brands These „Selbstregulation beugt Internetsuchtstörungen“ bei mir hängen geblieben und die damit verbundene Frage, wie das zu leisten ist und wie kann das Kooperative Lernen sinnvoll dazu beitragen?
Wie kann Kooperatives Lernen in der Praxis sinnvoll mit Medieneinsatz kombiniert und durchgeführt werden?
Das sind Fragen, die ich gerne an meiner zukünftigen Schule nachgehen möchte, ich hoffe, dass ich dort mehr als eine Tafel und hin und wieder einen OHP nutzen kann. Ich würde so gerne dauerhaft mit Dokumentenkameras arbeiten können. (Ich weiß, ich könnte mir eine kaufen, aber diese und den Beamer hätte ich jeden Tag mit mir rumtragen müssen – in der Schule und auch hin und zurück, daher habe ich mich dagegen entschieden)

Fragen, die mich auch noch weiter beschäftigen:

Wann kommen die neuen bzw. hinsichtlich der  Internetnutzungskompetenz (u.a.) überarbeiteten Kernlehrpläne?Wann erscheint der Medienkompetenzrahmen für Lehrer*innen?
Wann werden NRWs Schule „digital auf Stand“ sein?

Jetzt werde ich mich anhand der vielen mitgenommenen Materialien weiter einarbeiten.